"Sie versetzten mir solange Stromstöße an Händen und Füßen, bis sie die Batterien erneuern mußten", erinnert sich Pius Lustrilanang, ein politischer Aktivist aus Indonesien, mit Grauen an die Schmerzen, die ihm mit einer Elektroschockwaffe zugefügt worden sind. "Ich war schließlich so erschöpft", erzählt er weiter, "daß ich alles sagte, was sie hören wollten."
Die USA haben Waffen und Sicherheitsausrüstung an Regierungen und bewaffnete Gruppen in aller Welt geliefert, die für Folterungen, politische Morde und andere Menschenrechtsverstöße verantwortlich waren und sind. Sie haben ferner ausländische Militär- und Polizeikräfte ausgebildet oder geschult, die ebenfalls in Menschenrechtsverletzungen verwickelt waren. Die Kontrolle solcher Rüstungstransfers und Ausbildungshilfen durch die Öffentlichkeit, wie sie derzeit praktiziert wird, reicht bei weitem nicht aus, um sicherzustellen, daß US-Technologie und Know-how nicht zu weiteren Menschenrechtsverletzungen beitragen.
amnesty international ist der Meinung, daß die US-Regierung einen verbindlichen Verhaltenskodex verabschieden und durchsetzen sollte, der Regelungen für sämtliche Exporte wie auch anderweitige Hilfen an ausländische Militärs, Sicherheitsdienste und Polizeikräfte enthält und dessen Ziel es sein muß sicherzustellen, daß US-amerikanische Rüstungstransfers und die Weitergabe von Know-how nicht zu schweren Menschenrechtsverstößen beitragen.
Zu den von den USA an ausländische Polizei- und Gefängnisbehörden gelieferten Produkten zählen Handschellen, Tränengassprays und andere zur Aufruhrbekämpfung entwickelte Technologien. Einige der in den USA selbst eingesetzten und ins Ausland exportierten Güter wie etwa Fußeisen, Daumenfesseln, Elektroschockwaffen und Pfefferspray bergen die große Gefahr, daß mit ihnen Folterungen oder Mißhandlungen begangen oder unverhältnismäßige Gewalt angewandt wird.