Um die bürgerlichen und politischen Rechte in den USA ist zum Teil in erbitterten Schlachten gerungen worden. Doch trotz dieser langen und stolzen Tradition sind sich viele Menschen noch immer nicht der Bedeutung ihrer Rechte bewußt.
Darum führte amnesty international eine weltweite Kampagne gegen Menschenrechtsverletzungen in den USA durch. Diese Kampagne war Teil eines weltumspannenden Einsatzes der Mitglieder von amnesty international zur Förderung der Rechte, wie sie in der 1948 verkündeten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert sind.
Ziel dieser Kampagne war es, die Weltöffentlichkeit auf die in den USA verübten Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen, die Menschenrechtsbewegung in den USA zu stärken sowie konkrete Reformen zur Verbesserung der Menschenrechtssituation zu erwirken.
Zu den notwendigen Reformen zählen eine stärkere Kontrolle der Arbeit der Polizei durch unabhängige Aufsichtsgremien; die Erarbeitung durchsetzbarer Standards für die Behandlung von Gefangenen, die unter anderem sexuelle Übergriffe gegen weibliche Häftlinge verhindern helfen und ein Verbot des Einsatzes von Elektroschockgürteln enthalten; die Beendigung von Hinrichtungen jugendlicher oder geistig behinderter Delinquenten sowie Schritte zur endgültigen Abschaffung der Todesstrafe; die Beendigung der widerrechtlichen Inhaftierung von Asylsuchenden; die vorbehaltlose Ratifizierung internationaler Menschenrechtsschutzinstrumente und die Verabschiedung eines Verhaltenskodexes, mit dem der Einsatz US-amerikanischer Waffen bei Menschenrechtsverletzungen in anderen Ländern verhindert werden kann.
Die USA stehen in der Pflicht, sowohl die Wahrung ihrer eigenen Gesetze als auch internationaler Menschenrechtsstandards, bei deren Entwicklung sie vielfach maßgeblich mitgewirkt haben, durchzusetzen. Sie müssen Maßnahmen ergreifen, um grundlegende Menschenrechte im eigenen Land zu garantieren. Darüber hinaus sind sie gefordert, die Verwirklichung der in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankerten Rechte voranzubringen. Es ist Zeit zu handeln. Denn entweder gelten die Menschenrechte für alle Menschen gleichermaßen, oder niemand kann sich verläßlich auf sie berufen.